Daniel Lergon

<   Spektrum   >

keine andere ist vielleicht so sehr Farbe, wie diese. keine zweite Farbe blendet so sehr...

                                                                                                                                                    Robert Walser

Elegante Bilder! ist mein erster Gedanke, der mir in der Ausstellung "Spektrum" von Daniel Lergon bei Ä plus in den Sinn kommt, und der erste Eindruck täuscht nicht. Ja, elegant beschreibt die drei großformatigen, ganzflächig mit Phthalogrün gemalten Bilder sehr gut, diesem unglaublichen grünen Pigment, das pastos aufgetragen als grünliches Schwarz erscheint und dünn lasierend die Leuchtkraft einer Neonreklame besitzt.

Doch die eigentliche Eleganz schafft Daniel Legon durch seine ebenso einfache wie geniale Organisation seiner Bilder: Diese werden zunächst mit einem möglichst gleichmäßigen Farbauftrag beschichtet und zwar gerade so dick, dass sie noch als grün wahrgenommen werden können. Mit dem Rakel (oder Spachtel) werden Flächen in die Farbschicht gezogen, die ein glattes, mittleres Grün entstehen lassen, am oberen Ende strahlend hell aufscheinen und am Ende der Bewegungsrichtung dicke, schwarze Farbwülste aufweisen. Den grafischen Charakter der Spachtelbewegungen wird durch genialische Pinselspuren konterkariert.

Mit diesen reduzierten Eingriffen – dem Verschieben des Untergrunds – (eine Technik, die schon bei den Landart-Geoglyphen der Nazca-Linien in Peru oder auch 600 Jahre später bei der "Spiral Jetty" von Robert Smithson verwendet wurde) und dem Vermalen mit dem Pinsel, schafft es Daniel Legon das ganze Spektrum der Farbnuancen von hellgrün bis schwarz, von samtigmatt bis hochglänzend zu erzeugen, das in dem Material vorhanden ist.

Dabei sind alle seine Formen präzise gesetzt, hier gibt es keinen Zufall. Alles muss seinem gestalterisch-strategischen Plan folgen und erinnert an den späten Pierre Soulage, der mit seinen schwarz in schwarz gerakelten Bildern neue Länder für die Kunst öffnete, die nun von Daniel Lergon erweitert werden.

Elegant paintings! Is my first thought that comes to mind in the exhibition Spektrum by Daniel Lergon at Å +, and the first impression is not deceiving. Yes, "elegant" describes the three large-format pictures painted entirely with phthalogreen, this incredible green pigment which appears as pasty as greenish black and has a thin, glazing effect of a neon sign.
Daniel Lergon, however, creates the actual elegance through his simple and ingenious organization in his paintings. These are initially coated with a uniform coating of color, and are just  thick enough that they can still be perceived as green. The squeegee (or spatula) is used to pull surfaces into the paint layer, creating a smooth, medium green - bright at the upper end and thick, black color beads at the end of the direction of movement. The graphical character of the spatula movements is counteracted by ingenious brush strokes.
With these reduced interventions - the shifting of the underground (a technique already used by the Land art geoglyphs of the Nazca lines in Peru or 600 years later by Robert Smithson's "Spiral Jetty") and painting with the brush, Daniel Lergon creates the entire range of color nuance, from light green to black - from velvety to high gloss, present in the material.
All his forms are set precisely - there is no coincidence here. Everything has to follow his creative strategic plan, reminiscent of the late Pierre Soulage, who opened new territories for the arts with his black, black-stained paintings, now being extended by Daniel Lergon.
 
 
 
 
Patrick Huber
transcription: Kyle Fitzpatrick

Der Begriff Spektrum bezeichnet im weitesten Sinne die Vielfalt einer Sache, die visuell erfahrbar gemacht wird.

In der Ausstellung mit dem Titel “Spektrum“ macht Daniel Lergon verschiedenste Erscheinungsformen einer einzigen Farbe sichtbar.

In Phtalogrün, einer Farbe, die zum Teil aus Kupfer hergestellt wird, erstrecken sich elegante Formen, die wie organische Gebilde anmuten. Der Künstler begrenzt sich

bewusst auf eine Farbe, um ihr mögliches Potential zu erproben.

In bestechender Leichtigkeit und Präzision entstehen verschiedenste Kompositionen durch das intuitive Abtragen und Verdichten der Farbe, die zuvor monochrom auf der Leinwand aufgebracht wurde. Gleichsam variiert das gesamte Erscheinungbild von einem tiefen, samtig schwarzen bis zu einem schrillen, fast neongrünen Ton.

Die charakteristischen Formkompositionen überzeugen durch ihre ausgeprägte Tiefe, die nicht zuletzt in der Gegenüberstellung von Fläche und Struktur deutlich wird.

Die bei Å+ gezeigten Arbeiten zeichnen sich durch ausformulierte Farbgefüge eines einzelnen Pigments aus und verweisen methodisch auf das technische und inhaltliche Spektrum der Malerei.

 

The term spectrum in the widest sense of the word describes the diversity of something that can be experienced visually.

In the exhibition, titled “Spektrum“, Daniel Lergon visualizes the various appearances of a single color.

Elegant forms, that appear like organic shapes, range in phtalogreen, a color partially made out of copper. The artist restricts himself consciously to one color to improve its eventual potential. In impressive ease and precision, various compositions are created through skimming and compacting the color that has been applied

monochromatically on the canvas before. Thus, the whole appearance varies from a deep, velvet black green to a strident, almost neon green tone.

The characteristic form compositions convince through their distinct depth, that nonetheless conveys in the juxtaposition of surface and structure.

The works exhibited at Å+ are characterized by their fully formed color texture of one single pigment and methodically refer to the technical and contentual spectrum of painting.

 

 

 

Otto Bonnen

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