< Florian Schmidt: pan shot 

“Wenn die Postmoderne der achtziger Jahre Recht hatte, dass jede neue Kunst auch an alte Kunst erinnert, so stellt sich im Umkehrschluss die These auf, dass vergangene Kunst nur als Solche wahrnehmbar ist, wenn sie durch neue Kunst erscheint.“

 

Florian Schmidt schafft Bilder aus Holz, Pappe, Leinwand, Farbe, die eigentlich Objekte sind. Manche sind
grob/rau/spröde mit Klammern zusammengesetzt, andere strahlen in klassischer Eleganz. Ähnliches gilt für
die Raumobjekte, die eigentlich zur Skulptur erstarrte Zeichnungen sind. Beiden liegt ein offenes, spielerisches System zugrunde, in dem das Weggelassene genauso wichtig erscheint wie das Vorhandene, vom Künstler Gesetzte.Er bedient sich bewusst und virtuos der Bildsprache der russischen Avantgarde, des De Stijl, vielleicht auch etwas von Zero. Und da ist es kein Wunder, dass beim Betrachten seiner Arbeiten ein Rauschen vergangener Namen, Orte, Manifeste und Kunstwerke wahrnehmbar ist.

 

Bei Åplus reduziert er die Ausstellung auf zwei großformatige Bilder. Beide Bildflächen sind aus verschiedenen, geometrisch geschnittenen Platten zusammengesetzt, beide sind farblich dezent gefasst.

Die zwei Arbeiten wirken wie eine Klammer innerhalb des Ausstellungsraumes und verweisen auf ein leeres Zentrum. Die Leerstelle zwischen den beiden Bildern wird vom Betrachter eingenommen, der, analog einer Pendelbewegung, die Bilder aktiviert.

 

Patrick Huber

 
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